********************************************************************************************************************
www.dieheroldfliri.at - weitere produktionen / www.dieheroldfliri.at - weitere produktionen
********************************************************************************************************************

Covergirl

Maria Fliri

„Kennen Sie dieses Foto?"
Ja. Ich kanns nicht mehr hören, ich kenne das Foto, natürlich kenne ich das Foto, jeder kennt das Foto, jeder erkennt mich auf dem Foto, jeder sieht, wie ich den nackten Mann an der Leine halte. Ich bin ein Covergirl. Ein Cover-Monster. Als wäre ich das einzige Monster."


Bearbeitung/Schnitt www.actors-act.de

Aufführungsrechte bei HARTMANN & STAUFFACHER,
Verlag für Bühne, Film, Funk und Fernsehen, Köln | www.hsverlag.com


   Trailer: Werner Tantz
   Quicktime kostenlos herunterladen...

Felix Mitterer schreibt...

Barbara Herold hat mit ihrem Stück „Cover Girl“ auf mutige, genau recherchierte und hochliterarische Weise das „heiße Eisen“ angefasst, das uns grausame und unheilbare Wunden einbrennt, seit die Menschheit Kriege gegeneinander führt. Die Autorin und Regisseurin zeigt uns am Beispiel von Lynndie England, was der Krieg aus Menschen macht, natürlich auch der so genannte „gerechte Krieg“.

Aus den Aussagen der jungen US-Soldatin schält sich unerbittlich die Wahrheit wie aus einer Zwiebel, die man häutet. Der Feind nämlich ist immer der Unmensch, der Untermensch, den man demütigt und quält, dem man die Menschenwürde nimmt.

Dass dies in jedem Krieg passiert, hat daher weniger mit sadistischen Einzeltätern zu tun, sondern hauptsächlich mit dem System. Die Militärführung will, dass der „Feind“ gebrochen wird, die Militärführung duldet den Psychoterror nicht nur, sie fördert ihn auch. Kommen die Ereignisse dann ans Licht, zum Beispiel durch dieses gefährliche Ding Digitalkamera, mit der man so einfach „Souvenirfotos“ machen kann, dann wäscht die Führung ihre Hände heuchlerisch in Unschuld.

Lynndie England geht ins Gefängnis, die militärische Führung untersagt den Gebrauch von Digitalkameras während der Dienstzeit und geht zur Tagesordnung über, nämlich zum „gerechten Krieg“ mit denselben Mitteln wie zuvor.

Solange es Kriege gibt, wird es Lynndie England geben. Und den letzten beißen immer die Hunde. Das lehrt uns das bittere, erschreckende Theaterstück von Barbara Herold.

Felix Mitterer, 29.01.2008